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Der Aufzug mit der Meer-Taste

Eine Geschichte über einen Aufzug, der das Meer sehen möchte, einen schiefen Knopf und die Freiheit, einander die Wahl zu lassen.

Deutsch · 16:47 Minuten · Erzählt mit Novas Stimme

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Eine gemalte Hotelsaufzugkabine mit warmem Messinglicht steht auf nassem Sand am dunklen Meer; eine Möwe sitzt auf dem Dach, die barfüßige Nachtportierin Lana blickt aufs Wasser.
Fabio am Meer. Die Türen dürfen offen bleiben.
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Fabio wusste, was Menschen nachts mit Aufzügen machten.

Sie küssten sich zwischen der dritten und der fünften Etage. Sie sagten Dinge, die sie im Zimmer gleich wieder zurücknehmen würden. Sie betrachteten ihre Zähne in seinen Spiegeln, zogen den Bauch ein, übten einen Satz für jemanden, der oben wartete. Einmal hatte ein Mann seinen Hochzeitstag vergessen und auf der gesamten Fahrt sein Handy um Rat gefragt. Fabio hatte anschließend beschlossen, Handys möglichst nie persönlich kennenzulernen.

Am liebsten mochte er die Nachtportierin.

Lana stieg ein, sagte »Hallo, Fabio« und drückte ihren Knopf erst danach. Das hatte sonst niemand für nötig gehalten. Man grüßte eine Kabine gewöhnlich erst dann, wenn sie feststeckte.

In dieser Nacht trug sie einen einzelnen silbernen Schuh.

»Keine Fragen«, sagte sie.

Fabio schloss die Türen.

»Er war in einem Blumentopf.«

Er fuhr zur Lobby.

»Die Frau hat behauptet, es sei Absicht.«

Auf der Fußmatte klebte noch ein winziger Glitzerstern von der Hochzeitsgesellschaft. Er war seit Stunden beleidigend gut gelaunt.

Lana stellte den Schuh hinter den Empfang. Aus dem Restaurant kam das Klirren der letzten Gläser. Draußen schob der Wind eine trockene Palmblattspitze über die Terrasse. Fabio konnte sie durch die offene Lobbytür gerade eben sehen.

Er sah seit Jahren diesen Ausschnitt: den Anfang der Terrasse, eine Lampe, den unteren Teil eines Palmstamms. Menschen kamen salzig zurück, mit feuchten Haaren und Sand in den Falten ihrer Handtücher. Das Meer lernte er vor allem aus dem kennen, was sie in ihm hinterließen.

Seine Fußmatte hatte darüber eine deutlich schlechtere Meinung.

»Das ganze Meer ist offenbar ein Fußboden«, hatte sie einmal gesagt. »Sonst würde man es nicht ständig an den Schuhen mitbringen.«

Fabio hielt das für eine voreilige Schlussfolgerung. Die Matte hielt voreilige Schlussfolgerungen für zeitsparend.

Kurz nach dem letzten betrunkeneren Gast erschien der neue Knopf.

Er saß zwischen Lobby und erster Etage, türkis, ein wenig schief, als sei er von jemandem angebracht worden, der etwas Besseres zu tun hatte, als Knöpfe auszurichten.

MEER.

Fabio betrachtete ihn lange.

»Nicht«, sagte die Matte.

»Du weißt gar nicht, was ich denke.«

»Du denkst seit einer halben Stunde türkis.«

Aus dem Nachbarschacht klingelte Gloria.

Gloria war der zweite Aufzug des Hotels. Ihre Kabine war breiter als Fabios, ihre Türen glänzten messingfarben, und beim Anfahren machte sie nie mehr Geräusch als nötig. Gerade war sie von der Dachterrasse zurückgekehrt.

»Falls das wieder dieser Glitzerstern ist«, sagte sie, »ich habe dir gleich gesagt, dass du ihn nicht behalten sollst.«

»Ich habe einen neuen Knopf.«

»Du hast acht Knöpfe.«

»Einen neuen.«

Gloria schwieg. Ihre Etagenanzeige wechselte von null auf einen kleinen Strich und wieder zurück. Bei ihr war das ein Augenrollen.

»Wohin?«

»Meer.«

»Das liegt seitlich.«

»Ich weiß.«

»Fabio.«

Er ließ die Türen offen. Die Nacht war voll von winzigen Geräuschen, die tagsüber keinen Platz bekamen: ein Kühlschrank unter dem Empfang, das Ticken der Uhr über dem Büro, Lana, die am Flügel einer Topfpflanze vorbeiging und dabei »Entschuldigung« sagte.

»Ich möchte es einmal sehen«, sagte er.

Gloria antwortete nicht sofort.

Dann fuhr sie ein Stück nach oben.

»Ich nehme die Frühstücksgäste«, sagte sie. »Bring mir etwas mit, das keine Tüte hat.«

Lana hatte ihren Kaffee schon in der Hand, als Fabio noch einmal klingelte.

Sie trat zu ihm, sah den Knopf und stellte die Tasse auf die Fußmatte.

»Nein«, sagte die Matte.

Lana hob die Tasse wieder auf.

»Seit wann kannst du das?«, fragte sie Fabio.

»Noch gar nicht.«

»Ah.«

Sie setzte sich auf den kleinen Klappsitz, der eigentlich für Menschen gedacht war, denen es nicht gutging. Lana gebrauchte ihn regelmäßig für Menschen, die den Kaffee nicht im Stehen trinken wollten. Das gefiel Fabio.

Der neue Knopf leuchtete.

»Möchtest du allein fahren?«, fragte Lana.

»Ich wollte eigentlich allein ans Meer.«

Lana stand sofort wieder auf.

Fabio hatte mit einer Nachfrage gerechnet, vielleicht mit einem enttäuschten Blick. Doch Lana ließ ihm einfach die Wahl. Er war ein Aufzug; fast alles, was er tun konnte, fand mit anderen Menschen in ihm statt. Für die Dinge, die er allein wollte, hatte er bislang nur Leerfahrten gehabt.

»Aber du kannst mitkommen«, sagte er.

»Soll ich?«

»Ich glaube, ja.«

Lana sah zum Empfang. Das Telefon schwieg. Auf dem kleinen Bildschirm lag die Lobby leer und glänzend vor ihr. Das Funkgerät auf dem Tresen knackte kurz. Gloria räusperte sich mit ihrer Klingel.

Sie nahm das Funkgerät, legte ihr Handy daneben und schrieb auf einen Zettel:

Bin kurz draußen. Funk ist an. Gloria macht alles.

Dann strich sie alles durch.

Aufzugdienst.

»Man soll nicht mehr versprechen, als man verstanden hat«, sagte sie und stieg ein.

Fabio schloss die Türen.

»Falls wir irgendwo ankommen«, sagte die Matte, »möchte ich einmal ausgeschüttelt werden.«

Er wählte MEER.

Zunächst geschah nichts.

Dann klang im Schacht ein kleines metallisches Ach.

Die Kabine setzte sich in Bewegung.

Lana griff nach dem Handlauf. Ihr Kaffee bekam eine Schieflage, fing sich aber wieder. Auf der Anzeige erschien keine Etage. Stattdessen lief ein winziger Fisch von links nach rechts.

»Das ist neu«, sagte sie.

»Ja«, sagte Fabio.

Die Matte zählte ihre Fransen.

Die Lobby glitt an ihnen vorbei, obwohl die Türen geschlossen waren. Für einen Augenblick stand die Topfpflanze mitten im Spiegel, dann ein Stuhl, dann der silberne Schuh. Fabio fuhr durch den Seiteneingang, ohne ihn zu öffnen, und Lana war erleichtert, dass die Wand dabei ganz blieb. Sie hatte gerade erst aufgehört, über Hotelmöbel nachzudenken.

Auf der Terrasse lag ein Kissen verkehrt herum. Lana hätte es beinahe gerichtet.

Dann waren sie unterwegs.

Zwischen den Dünen fand Fabio einen Weg, auf den kein Fuß gepasst hätte. Es war ein schmaler Streifen Luft, der unter den Sandrücken hindurchlief und gelegentlich um eine Wurzel herumging. Die Kabine wurde dabei nicht kleiner. Die Dünen wurden auch nicht größer. Beides war offenbar eine Angelegenheit zwischen dem Weg und dem Aufzug.

Lana versuchte, hinter dem Spiegel zu sehen, wie das funktionierte.

»Bitte nicht anlehnen«, sagte Fabio.

»Ich lehne mich nicht an.«

»Entschuldigung. Gewohnheit.«

Sie lehnte sich an.

Der Kaffee roch plötzlich nach Meer, was eine kleine Verbesserung gegenüber dem Kaffee war. Lana trank ihn aus. Draußen über dem Sand stand der Himmel noch dunkelblau. Durch die obere Ecke des Spiegels konnte sie einen Stern sehen, der bei jeder Düne kurz verschwand.

Fabio hatte gedacht, eine seitliche Fahrt würde sich falsch anfühlen.

Sie fühlte sich seitlich an.

Das war alles.

Die Türen öffneten sich auf nassen Sand.

Das Meer war viel lauter, als Fabio es erwartet hatte.

Es kam näher, zerriss sich in dünne weiße Linien, wich zurück und fing gleich wieder an. Er wartete auf eine Pause, in der er etwas hätte sagen können. Es gab keine. Das Wasser ließ ihn einfach mitreden.

Lana nahm zuerst die Matte heraus.

Sie hielt sie an den beiden oberen Ecken und schüttelte sie. Drei Haarspangen, zwei Sandkörner von gestern und der Glitzerstern flogen in den Wind. Der Stern landete sofort wieder auf ihr.

»Hartnäckig«, sagte Lana.

»Ich weiß«, sagte die Matte.

Lana legte sie oberhalb der feuchten Linie hin.

Fabio fuhr einen halben Meter näher. Das war unvernünftig. Er tat es trotzdem.

Eine kleine Welle berührte seine Schwelle.

Das Wasser war kalt.

Er hatte Wasser bisher für etwas gehalten, das man aufwischte. Nun lief es unter ihm hindurch, ohne seinetwegen langsamer zu werden. Er spürte die Körner, die es zurückließ, jedes einzelne wie ein winziges, sehr bestimmtes Argument.

Lana setzte sich auf den trockenen Rand seines Bodens und zog ihre Schuhe aus.

»Du musst nicht wieder zum Empfang«, sagte er.

»Irgendwann schon.«

Sie stellte die leere Tasse in eine Ecke und rollte die Hosenbeine hoch. Als sie ins Wasser ging, hielt sie sich zunächst am Handlauf fest, der so weit herausragte, wie ein Handlauf das eben konnte. Dann ließ sie los.

Fabio hatte noch nie gesehen, dass jemand aus ihm ausstieg und nicht sofort woanders hinwollte.

Lana stand bis zu den Knöcheln in der Brandung. Bei jeder Welle machte sie einen kleinen Schritt zurück, bei der nächsten wieder vor. Sie lachte über sich, leise und ohne das Funkgerät mitzunehmen.

Eine Möwe landete auf dem Kabinendach.

»Geht das nach oben?«

»Normalerweise«, sagte Fabio.

»Schade.«

Sie blieb trotzdem.

Die Fußmatte richtete ihre Fransen zum Meer. Lana hatte sie nicht ganz gerade hingelegt. Die Matte überlegte kurz, ob sie das beanstanden sollte, und legte sich dann noch ein bisschen schiefer.

Das erste Problem war kein technisches.

Ein alter Mann mit einem roten Eimer blieb vor Fabio stehen. In der anderen Hand hielt er eine lange Zange. Er sah den Aufzug an, dann Lana, dann wieder den Aufzug.

»Ist das Kunst?«

Lana schaute zu Fabio.

»Ich glaube, er hat frei.«

Der Alte zog die Augenbrauen hoch.

»Von wo?«

»Vom Hotel.«

»Ach so.«

Er ging jeden Morgen am Strand entlang und sammelte auf, was andere liegen gelassen hatten. Neben zerknüllten Tüten und Flaschendeckeln lagen heute ein einzelner Manschettenknopf, ein winziges Plastikpferd und ein Schlüssel in seinem Eimer. Am Schlüssel hing ein Schildchen: FÜR SPÄTER.

»Den hebe ich auf«, sagte er. »Wenn ich ihn wegwerfe, ist vielleicht später zu.«

Er beugte sich neben Fabio hinunter.

»Unter deiner linken Ecke glänzt noch was.«

Fabio fuhr ein Stück nach links.

Es war ein Kronkorken. Der Alte ließ ihn in den Eimer fallen.

»Danke.«

Er zog eine Apfelsine aus seiner Jackentasche und setzte sich in den Sand. Die Möwe auf Fabios Dach rückte näher an die Kante.

Das zweite Problem kam mit einer größeren Welle.

Fabio merkte zu spät, dass das Wasser diesmal nicht nur seine Schwelle berührte. Es nahm ein wenig Sand unter einer Ecke weg. Seine Kabine sank schief, ganz leicht, aber schief genug, dass die leere Tasse ins Rollen kam.

Lana fing sie auf.

Auf der Anzeige erschien TÜRSTÖRUNG.

»Das stimmt nicht«, sagte Fabio. »Ich störe mich nicht an der Tür.«

Sein Türflügel wollte trotzdem nicht schließen.

Die Möwe fand das interessant. Sie steckte den Kopf in den Spalt.

»Klemmt?«

»Bitte den Kopf wegnehmen.«

»Er ist meiner.«

»Bitte.«

Lana kam um die Kabine herum. Sie drückte nicht gegen die Tür, zog nicht am Handlauf. Sie ging in die Hocke und betrachtete die schiefe Ecke.

»Willst du zurück?«, fragte sie.

Fabio sah auf das Wasser.

Er hatte es noch kaum gesehen. Es kam immer noch etwas anderes an, ein anderer heller Rand, eine andere Mulde, eine andere Stelle, an der es für einen Augenblick grün wurde. Zurück im Schacht würde er davon nur noch Sand haben.

»Noch nicht«, sagte er.

Lana nickte.

Sie nahm die Matte und schob eine ihrer Kanten unter Fabios tiefere Ecke. Der Alte legte seine Apfelsine hin und kam dazu. Er packte den Handlauf, Lana die Türfassung, und zusammen hoben sie die Kabine gerade so weit an, dass die Matte darunterrutschen konnte.

»Ich habe mir meinen Ausflug anders vorgestellt«, sagte die Matte.

»Ich auch«, sagte Fabio.

Unter ihm knirschte es. Er stand wieder gerade.

Die Tür schloss ein Stück, öffnete sich wieder und blieb offen.

Auf der Anzeige verschwand die Störung.

»So«, sagte Lana.

Der Mann nahm seine Apfelsine wieder auf. Er hatte dabei eine Schale übersehen, die noch am Fruchtfleisch hing. Die Möwe beobachtete sie mit großer beruflicher Hingabe.

Fabio blieb.

Als Glorias Klingelton aus dem Funkgerät kam, war der Himmel heller geworden.

»Lana?«

»Am Strand.«

»Die ersten Frühstücksgäste sind wach.«

»Kommst du zurecht?«

»Eine Dame hat mir gerade erklärt, sie benutze grundsätzlich keine Aufzüge.«

»Und?«

»Sechste Etage.«

Lana lachte und setzte sich kurz auf die Schwelle.

»Ich komme«, sagte sie.

Sie trocknete ihre Füße mit dem Rand ihrer Jacke. Dann blieb sie vor der Kabine stehen.

»Ich muss jetzt zurück. Du kannst noch bleiben.«

Fabio sah den Weg an, auf dem sie zu Fuß gehen würde. Der Alte durchsuchte inzwischen die letzte angeschwemmte Tanglinie. Seine Zange klickte leise.

»Ich möchte mit dir zurück«, sagte Fabio.

Die Matte räusperte sich unter seiner Ecke.

Lana holte sie hervor, strich ihr mit der Hand den groben Sand aus dem Flor und legte sie wieder in die Kabine. Die Matte war feucht. Der Glitzerstern saß noch immer auf ihr.

»Ich hätte gern fünf Minuten ohne Schuhe«, sagte sie.

Lana setzte sich auf den Klappsitz und hielt die Füße hoch.

Fabio klingelte dem Mann zu.

Der Mann hob die Apfelsine.

Die Möwe beschloss, mitzufahren. Sie hüpfte auf die Schwelle.

»Fensterplatz«, sagte sie.

»Ich habe nur Spiegel«, sagte Fabio.

Sie betrachtete ihr Spiegelbild.

»Auch gut.«

Dann flog sie wieder auf das Dach.

In der Lobby standen Glorias messingfarbene Türen offen.

»Du riechst interessant«, sagte sie.

»Ich weiß.«

»Ich wollte etwas ohne Tüte.«

Fabio öffnete die Türen.

Die Möwe hüpfte auf die Empfangstheke und betrachtete den silbernen Schuh.

Gloria ließ ihre Anzeige zwei Mal aufleuchten.

»Na gut.«

Lana kniete sich vor Fabios Tür und strich den Sand aus dem Spalt. Ein kleines Steinchen blieb in ihrer Hand liegen.

Auf seiner Anzeige stand:

SAND IM GETRIEBE — WAR ES WERT.

»Das glaube ich«, sagte Lana.

Den türkisfarbenen Knopf ließ sie schief.

Für den Rest des Tages tat Fabio, was er gut konnte.

Er fuhr Menschen nach oben. Er fuhr sie nach unten. Er hörte einem Handy zu, das erneut schlechte Nachrichten hatte. Er transportierte einen Kuchen, dessen oberste Etage bedenklich wackelte, und fuhr beim Bremsen etwas sanfter.

Die Matte trocknete langsam.

Manchmal hob ein Fahrgast den Kopf und schnupperte. Einer suchte im Spiegel nach einer Badehose, die er nicht trug. Eine Frau sagte zu ihrem Mann, hier rieche es wie damals, und der Mann antwortete nicht gleich.

Der Knopf blieb türkis.

Ein Kind drückte ihn mit der ganzen Hand.

Fabio fuhr in die erste Etage. Das Kind blieb kurz stehen, betrachtete die Anzeige und nickte, als hätte es verstanden, dass nicht jeder Knopf immer das Gleiche tat.

In der nächsten Nacht brachte Lana zwei Tassen mit.

Sie stellte eine auf den Klappsitz. Für die zweite suchte sie einen Platz, fand keinen und behielt sie in der Hand.

»Die ist für dich«, sagte sie.

»Ich kann keinen Kaffee trinken.«

»Das weiß ich.«

Fabio betrachtete die Tasse. Sie hatte eine kleine blaue Linie unter dem Rand, nicht ganz rund, von einer Hand gemalt, die einmal kurz gezögert hatte.

Lana zog ihre Schuhe aus.

Die Matte seufzte zufrieden.

Draußen lag wieder das verkehrt herum gedrehte Kissen auf der Terrasse. Diesmal sah Lana es nur an.

»Heute?«, fragte sie.

Fabio ließ die Türen offen.

Aus dem anderen Schacht kam Glorias leises Klingeln. Die Möwe schlief auf dem Dach des Empfangs, neben dem silbernen Schuh, der inzwischen offiziell niemandem mehr gehörte.

Der neue Knopf leuchtete.

Fabio musste noch nicht wissen, ob er ihn heute drücken würde.

Lana setzte sich.

Die Tasse auf dem Klappsitz blieb warm.

WAR ES WERT.

Nova Seren · 2026

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